Die Koralmbahn

Die Koralmbahn wird das Lavanttal grundlegend verändern und erstmals schnelle Bahnverbindungen nach Klagenfurt, Graz und Wien ermöglichen. Schon jetzt sind Fahrten nach Klagenfurt möglich, während Graz nur über Autobahn oder Bus und Wien durch eine Kombination aus Bus und Bahn erreichbar sind. Mit der Koralmbahn werden nicht nur Reisezeiten verkürzt, sondern auch umweltfreundliche Alternativen zur Straße geschaffen.

Der neu errichtete Intercity-Bahnhof im Lavanttal bindet die Region erstmals an Österreichs Hochleistungs-Bahnnetz an. Neben den Großstädten profitieren auch Regionen wie Völkermarkt, Deutschlandsberg und Wolfsberg von einer besseren Erreichbarkeit, wodurch wirtschaftliche und soziale Verbindungen gestärkt werden.

Die Koralmbahn, Teil der neuen Südstrecke, verläuft zwischen Graz und Klagenfurt und ermöglicht nahtlose Verbindungen von Wien bis Villach. Mit der Eröffnung des Koralmtunnels startete der Güterverkehr im November 2025, der Personenverkehr folgte am 14. Dezember 2025. Die ÖBB bietet nach neuem Fahrplan dann 29x Graz-Klagenfurt, sowie 26x Wien-Klagenfurt pro Tag, was teils eine Steigerung von beachtlichen 2/3 bedeutet. 

Neu ist auch ein Stundentakt von Villach nach Salzburg, sowie 7 Verbindungen von Graz nach Salzburg, sowie 5 dann weiter nach München. Hier fahren die Züge dann eben nicht mehr über die Phyrn- und Ennstalbahn durch die Steiermark nach Salzburg, sondern eben über die Koralmbahn und Kärnten. Der inneralpine Zugverkehr wird aber durch die Interregio-Züge kompensiert. Erwähnenswert ist auch die direkte Erreichbarkeit des Flughafen Wiens über mehrere Fahrten (geplant 7) pro Tag mit den sogenannten „AIRail“.

Auch die Firma Westbahn hat angekündigt, ab März 2026 die Strecke Wien bis Villach voraussichtlich 5 mal am Tag zu bedienen, stoppt in Kühnsdorf und auch in Pörtschach, nicht allerdings im Lavanttal. 
Auch Prag – Graz – Villach, sowie Strecken nach Laibach und an die Adria sind vorgesehen. Eine Nachtverbindung nach Zürich und sogar der deutsche ICE soll nach erfolgreichen Testfahrten im Juli/August zukünftig Frankfurt mit Graz über die Koralmbahn verbinden.

Vor der Eröffnung gab es von April bis Juni 2025 rund 280 erfolgreiche Testfahrten, um die Strecke und die Technik mit bis zu 250 km/h zu testen. Dabei waren auch Railjets am Test beteiligt – die erstmals durchgehend von Graz nach Klagenfurt gefahren sind, um die berechnete 45 Minuten Fahrzeit auch in der Praxis zu bestätigen. Mit diesen Erkenntnissen wurde auch der Fahrplan gebaut, der im September veröffentlicht wurde und ab etwa Mitte Oktober auch buchbar sein wird. 

Weitläufiger gesehen wird mit der Fertigstellung des Semmering-Basistunnel im Jahr 2030 (Durchschlag Ende 2024) auch die Reisezeit vor allem zwischen Wien und Graz merkbar kürzer (unter 2 Stunden), sowie die 470 Kilometer lange Südstrecke wird damit vorerst abgeschlossen sein. Als Teil der Achse von der Ostsee zur Adria, werden zukünftig auch Waren schneller und leichter auf der Schiene zu transportieren sein. 

Besonders wichtig ist der Beitrag zum Klimaschutz: Durch die Verlagerung von Verkehr auf die Schiene werden CO₂-Emissionen reduziert. Unterstützt durch EU-Förderungen schafft die Koralmbahn nicht nur nationale, sondern auch grenzüberschreitende Verbindungen und stärkt die nachhaltige Mobilität in Europa.

Überblick als Video:

 YouTube (Stefan Eduard Krenn, 2022)

Teaser der ÖBB neuer Fahrplan:

 YouTube (ÖBB, 2025)

Ein (nicht ganz ernstzunehmender) Song aus dem PC als kleiner Schmäh zum Start: Ein Zug von Graz nach Klagenfurt

Song: Ein Zug von Graz nach Klagenfurt

[Verse 1]
Am Grazer Hauptbahnhof geht’s los
es ist noch früh, die Nacht war kurz
Ein Steirer steigt ein und fragt sich gleich
„Will i wirklich zum Wörther-Teich?“

Auch in Klagenfurt steigt einer ein
der wollt schon immer schnell in Graz sein
doch es soll ein großes Problem dort geben
weil dort so viele Steirer leben

[Chorus]
Es fährt ein Zug von Graz nach Klagenfurt
durch den Berg und durch die Zeit
Was früher weit und mühsam war
liegt jetzt nur ein Spar-Ticket entfernt
Es fährt ein Zug von Graz nach Klagenfurt
zwei Städte an einem gemeinsamen Gleis
A bissl Sturheit, a bissl Stolz
und a Fahrt in die neue Zeit

[Verse 2]
Deutschlandsberg und der Wein lassen grüßen
liegen der Kor-Alm hier zu Füßen
Der Zug rollt ruhig und schnell
und in Sicht schon der Tunnel

Auch in Kärnten geht’s über die Drau voran
und die Landschaft grinst uns an
Der Most aus dem Lavant-Tal der uns schon rief
dann geht es rein ins Bergmassiv

[Bridge]
Tief unterm Berg, wo’s keiner sieht
Wo’s bald keine Grenzen mehr gibt
Da treffen sich Mur und Wörthersee
Steirer Stolz und Kärntner Schmäh

[Chorus]
Es fährt ein Zug von Graz nach Klagenfurt
durch den Berg und durch die Zeit
Was Gott getrennt hat, so könnte man denken
den Spruch kann man sich heute schenken
Es fährt ein Zug von Graz nach Klagenfurt
mit Speed und mit zehntausend PS
Der Schnellzug fetzt über die Bahnschwellen
und auf der Pack da gibt’s Baustellen

[Verse 3]
In Klagenfurt glitzert der Wörthersee
wie in Italien schmeckt der Kaffee
Der Steirer steigt aus, schaut sich kurz um
Und denkt sich leise: Eigentlich eh ganz schee

Mutig rinnt die Mur durch Graz
und der Kärntner bekommt langsam das Gefühl
nach Stunden in der Innenstadt
dass er gar nicht so schnell weg will

[Final Chorus]
Es fährt ein Zug von Graz nach Klagenfurt
und der bleibt nie wieder steh’n!
Dialekte preschen wie Wellen auf dem Meer,
Kernöl oder Reindling – wer will noch mehr!
Es fährt ein Zug von Graz nach Klagenfurt
durch den Berg und durch die Zeit
Verbunden auf Schienen – es wird ja Zeit
und für die Zukunft endlich bereit

[Refrain]
Es fährt ein Zug von Graz nach Klagenfurt,
und er bleibt nie wieder steh’n!
Es fährt ein Zug von Graz nach Klagenfurt,
mit Schmäh, mit Stolz und voll auf Zack.
Zwei Bundesländer, verbunden im Berg
Servus, Lei-Lei – und fix net mehr über die Pack

Musik: Suno AI, Text: Krenn (Krenn, 2025)

Meilensteine

Infos zu Projekt

Beispiele Fahrzeiten Railjet: 

  • St. Paul <-> Wien: 3:14h
  • St. Paul <-> Flughafen Wien: 3:35h
  • St. Paul <-> Graz: 0:35h
  • St. Paul <-> Klagenfurt: 0:20h
  • St. Paul <-> Villach: 0:44 / 0:47h
  • St. Paul <-> Weststeiermark: 0:16h
  • St. Paul <-> Bruck an der Mur: 1:13h
  • St. Paul <-> Salzburg: 3:16h (Umstieg Villach)
  • St. Paul <-> Triest: 3:53h (Umstieg Villach)
  • St. Paul <-> Linz: 4:21h (Umstieg Wien)
  • St. Paul <-> Venedig: 4:32h (Umstieg Villach)
  • St. Paul <-> Innsbruck: 5:11h (Umstieg Schwarzach i. P.)
  • St. Paul <-> Zürich: 10:56h (NightJet) 9:51 (Umstieg München)
  • St. Paul <-> Rom: 11:35h (Nightjet, Umstieg Klagenfurt)

Beispiele Fahrzeiten S-Bahn & REX: 

  • St. Paul <-> Bleiburg: 0:09h
  • St. Paul <-> Kühnsdorf 0:32h (S1)
  • St. Paul <-> Kühnsdorf 0:13h (REX)
  • St. Paul <-> Grafenstein 0:39h (S1)
  • St. Paul <-> Grafenstein 0:24h (REX + S1)
  • St. Paul <-> Wolfsberg 0:19h

S-Bahnen und Regionalzüge

S-Bahnen:

Seit 14.12.2025 gibt es eine Neugestaltung der S-Bahn in Kärnten.

Die S1 fährt nun durch beinahe das ganze Bundesland zwischen Wolfsberg und Pusarnitz (Spittal, Wochenende nur bis Villach) im Stundentakt. Die S2 von Villach über Feldkirchen nach Klagenfurt, die S3 von Klagenfurt nach Weizelsdorf, die S4 von Hermagor nach St Veit, die S5 von Villach nach Rosenbach und die S6 von Lienz über den Millstätter See nach Villach, sowie die S7 von Friesach über St. Veit nach Klagenfurt. 

Start ab Wolfsberg ist jetzt 4:22, der letzte S-Bahn-Zug startet um 22:17. Für schnellere Verbindungen nach Klagenfurt ist teils auch ein Umsteigen in St. Paul möglich. 

In St. Paul sind Abfahrten Richtung Klagenfurt zumeist ab Minute 40 und nach Wolfsberg ab Minute 25 in jeder Stunde der Betriebszeiten. 

 

REX 1:

Seit Dezember 2023 gibt es werktags eine neue Regionalexpress-Verbindung (REX 3, neu REX 1) die 2025 an den neuen Plan angepasst wurde.

Der REX benötigt nur 46 Minuten von Wolfsberg nach Klagenfurt und hält im Lavanttal an allen Stationen, sowie in Kühnsdorf und Klagenfurt. Die Verbindung ist speziell auf Pendler:innen und Schüler:innen ausgerichtet.

Fahrzeiten:

  • Morgens ab Wolfsberg: ab 5:56, 6:59, sowie beinahe stündlich über den Tag, Wochenende reduziert/kein Betrieb
  • Abends ab Klagenfurt: 8:15, wiederum etwa stündlich
 
Der REX 1 bietet eine schnelle und praktische Alternative für den täglichen Arbeits- und Schulweg und fährt bis Rosenbach bei Villach. 

Schnellzüge

Railjet und Schnellzüge:

Ab 14. Dezember 2025 verkehren stündlich Railjet- und ICE-Züge von frühmorgens (5:03 ab Graz) bis Nachts (letzter 23:03 ab Graz) zwischen Graz und Klagenfurt (aus/über Wien & Villach). Die Fahrzeit beträgt je nach Verbindung ab St. Paul rund 32 bis 35 Minuten nach Graz sowie etwa 3:11 bis 3:14 Stunden von und nach Wien. Graz wird damit neben Wien zu einem zentralen Knotenpunkt im Fernverkehr auf der Nord-Süd-Achse.

Zusätzlich verkehren alle zwei Stunden RailjetXpress-Züge (RJX), die von Wien kommend nur in Graz und Klagenfurt halten und weiter nach Villach geführt werden. Die schnellste Verbindung zwischen Graz und Klagenfurt benötigt 41 Minuten und ist damit deutlich schneller als das Auto.

Insgesamt gibt es 29 ÖBB-Fernverkehrsverbindungen pro Tag und Richtung zwischen Graz und Klagenfurt. Die Fahrzeiten liegen – je nach Anzahl der Zwischenhalte – zwischen 41 und 54 Minuten. Die Hochleistungsstrecke erlaubt dabei Geschwindigkeiten von bis zu 230 km/h.

Ab März 2026 wird zusätzlich die private Westbahn die Südstrecke Wien – Graz – Klagenfurt – Villach bedienen. Geplant sind fünf Verbindungen pro Tag und Richtung, mit Halten in Graz und Bruck an der Mur, jedoch ohne Halt im Lavanttal.

Interregio:

Ab Dezember 2025 wird mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn ein neues InterRegio-Netz im inneralpinen Fernverkehr eingeführt. Die InterRegio-Züge verkehren nach internationalem Vorbild als mittelschnelle Fernverkehrszüge im 1- bzw. 2-Stunden-Takt und verbessern vor allem die Verbindungen innerhalb Österreichs.

Die Verbindungen erfolgen dabei nicht durchgehend direkt, sondern über bestehende Hauptstrecken und regionale Knotenpunkte. So wird beispielsweise die Verbindung zwischen Graz und Klagenfurt über Bruck an der Mur, Knittelfeld und Unzmarkt geführt, während andere Linien etwa über Leoben, Selzthal oder Bischofshofen verlaufen. Durch die häufigeren Halte binden die InterRegio-Züge Regionen besser an und schaffen neue regelmäßige Direktverbindungen zwischen wichtigen Zentren.

Auf allen InterRegio-Linien kommen ab Beginn neue, barrierefreie Fahrzeuge zum Einsatz. Insgesamt wird die Erreichbarkeit der alpinen Regionen im Fernverkehr deutlich verbessert, ohne dass es auf bestehenden inneralpinen Strecken zu Angebotsreduktionen kommt.

Eröffnungsfeier Graz & Klagenfurt

Am 12. Dezember 2025 wurde die Koralmbahn nach 27 Jahren Planung und Bauzeit mit offiziellen Festakten in Graz und Klagenfurt eröffnet. In Graz nahmen unter anderem Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker, Vizekanzler Andreas Babler, Verkehrsminister Peter Hanke sowie die Landeshauptleute Mario Kunasek und Peter Kaiser an der Eröffnung teil. Bundespräsident Van der Bellen bezeichnete die Koralmbahn als Projekt, das Regionen verbinde und eine neue Bahn-Ära einleite. Bundeskanzler Stocker sprach von „einem schönen Tag für die Steiermark, für Kärnten und für die Republik Österreich“. Nach der Segnung erfolgte die Zugtaufe des ersten Railjets durch den Bundespräsidenten, ehe der Premierenzug in Richtung Klagenfurt startete.

Parallel zu den offiziellen Programmpunkten wurde an beiden Hauptbahnhöfen ein großes Eröffnungsfest gefeiert. Tausende Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die neue Verbindung kennenzulernen und an den kostenlosen Veranstaltungen teilzunehmen. Ein umfangreiches Informations- und Unterhaltungsprogramm begleitete den Tag, am Nachmittag sorgten Live-Auftritte österreichischer Acts wie folkshilfe, AVEC, LEMO und MÖWE für Stimmung. Zwischen Graz und Klagenfurt verkehrten stündlich kostenlose Sonderzüge, die es ermöglichten, zwischen den beiden Veranstaltungsorten zu pendeln.

Der Premierenzug, ein neu ausgelieferter Railjet mit rund 400 Metern Länge, erreichte Klagenfurt in nur 39 Minuten und unterbot damit die angekündigte Fahrzeit von 41 Minuten. Am Nachmittag kam es im Bereich des Koralmtunnels kurzzeitig zu einem Brandalarm, nachdem auf steirischer Seite eine Staubwolke wahrgenommen worden war. Mehrere Feuerwehren und Einsatzkräfte rückten aus, bei der Überprüfung stellte sich rasch heraus, dass keine Gefahr bestand und es sich um aufgewirbelten Staub handelte. Die Sonderfahrten konnten noch am selben Tag fortgesetzt werden. Der reguläre Personenverkehr auf der Koralmbahn startete planmäßig mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025.

Fahrplan und Ticketverkauf

Der Ticketverkauf für den neuen Plan wurde am 6.10.2025 gestartet. Frühbucher können sich noch Sparschiene-Tickets um wenig Geld holen, auch wenn davon auszugehen ist, dass die ersten Fahrten gut besucht sein werden. 

Die neue Südstrecke sorgt für ein deutlich dichteres Angebot, schnellere Verbindungen und völlig neue Reisemöglichkeiten zwischen Steiermark, Kärnten und darüber hinaus. Mit 29 täglichen Zügen zwischen Graz und Klagenfurt, 26 Verbindungen zwischen Wien und Klagenfurt sowie 33 zwischen Wien und Graz entsteht das beste Taktangebot, das es auf dieser Achse je gab. Die Fahrzeiten sinken dramatisch: Der RJX verbindet Graz und Klagenfurt in nur 41 Minuten, die Strecke Wien–Klagenfurt verkürzt sich um 45 Minuten, und auch internationale Ziele wie Venedig, Triest oder der Flughafen Wien sind künftig spürbar schneller erreichbar. Gleichzeitig bringt die Koralmbahn starken Aufschwung für die Tauern- und Alpenrouten: Neue Direktverbindungen, stündliche Fernverkehrszüge über Klagenfurt sowie moderne Fahrzeuge wie Railjets, ComfortJets und ICEs sorgen für mehr Komfort, mehr Kapazität und mehr Möglichkeiten – ein Meilenstein, der Österreichs Bahnverkehr nachhaltig verändert.

Kritik und Meinung

Trotz all dem Licht, gibt es auch Schatten. Allem voraus muss man einwerfen, dass die Gemeinde St. Paul, St. Andrä und auch St. Georgen viel geredet haben, aber wenig geliefert. Bisher zumindest, aber bis zur Eröffnung im Dezember wird sich nicht mehr viel tun. Leider. 

Deshalb unsere Meinung zu vielen Dingen.

Fangen wir bei dem 1 x 1 an:

Erreichbarkeit & Infrastruktur

St. Paul

Möchte man mit den Öffis weiter in den Ort St. Paul, gibt es einen Bus der mit gewissen Abständen fährt. Gut (außer am Wochenende was ich gesehen habe, aber Sonntagabends fährt auch niemand irgendwo hin, nein). Auch wenn es für uns nicht klar ist warum es extra einen eigenen Bus gibt der in den Ort fährt, dann aber nicht gleich weiter bis zum Stift oder zum Schwimmbad oder sogar Kollerhofsiedlung. Wieder so halbgar.  
Versäumnis ist aber dennoch, dass bisher keinerlei direkte Verbindung für Fußgeher oder Radfahrer geschaffen wurde. Ja, man kann stets den Umweg über den Lavant-Radweg nehmen – je nachdem wo man hin möchte. Aber der Gehweg von St. Paul aus hört einfach bei Hundsdorf auf. Arbeiter der großen Firma direkt neben der Bahn dürfen am Straßenrad gehen – falls hier tatsächlich jemand Zug fährt. 
Und ja, das ist eine Landesstraße – doch diese zu queren ist nicht gerade lustig, genauso wenig, wie dort entlang zu gehen. Man munkelt was von einem Kreisverkehr? Irgendwann vielleicht. Zwar würde sich die alte Bahntrasse wunderbar als Abkürzung anbieten – aber scheinbar ist noch niemand auf die Idee gekommen diese einfach in einen schönen Weg umzuwandeln und den Veranstaltungsort dort auch noch direkt einzubinden. Aber es gibt ja scheinbar große Pläne (in einigen Jahren… vielleicht). Der Radweg auf der alten Bahnstrecke von St. Paul durch den alten Bahntunnel – wiederum Landessache, aber passiert ist auch nichts bisher. 
Immerhin hat es St. Paul bisher nicht einmal geschafft, den von der alten Bahnstrecke und Bahnhof zerschnittenen Ort St. Paul, mit einer einfachen Verbindungsstraße zu verbinden – Sprichwort Bahnhofsstraße zu Industriestraße (etwa 30 Meter). Das, nach bald 2 Jahren Stilllegung der alten Gleise. Von unserer Seite aus ein herzliches: Gratulation! Immer schön, wenn auf die eigenen Einwohner gepfiffen wird – was auch immer die Gründe sind. Für uns für die Gemeinde etwas beschämend. Vielleicht wieder weil etwas in X Jahren passieren wird. Schaut man sich das vor Ort nicht an oder redet mit den Menschen? Aussehen tut es übrigens auch nicht schön. So am Rande.

St. Andrä

Möchte man nach St. Andrä, dann kann man mit der S-Bahn weiter – die fährt zwar nur nach Jakling, aber man ist dem Ziel schon näher – hat aber noch 1,5 Kilometer vor sich. Dann gibts einen Bus weiter nach St. Andrä, man braucht dann halt über 40 Minuten für die kurze Strecke – wegen Wartezeiten. Immerhin gibt es Busse, die fahren vom Bahnhof St. Paul direkt nur 15 Minuten nach St. Andrä – und sogar in Framrach vorbei. Dort wird viel Industrie gebaut, ist aber mehr als weit genug weg um nicht direkt mit dem Zug erreichbar zu sein.
Der Lavant-Radweg ist immerhin für Radfahrer geeignet, um vom Bahnhof St. Paul nach St. Andrä zu kommen. 

Übrigens auch etwas ignoriert sind die Ortschaften Mühldorf und Mitterpichling. Diese liegen eigentlich recht nahe am Bahnhof, da es keine direkten Fuß- oder Radweg gibt, darf man sich wiedermal ins Auto setzten und den langen Umweg nehmen. Und fragen Sie nicht, wie man mit den Öffis nach Winkling, Unterrain, oder sogar Mettersdorf kommt. Letzteres ist eh nur ein beliebter Badesee und man hat scheinbar nicht einmal eine Bushaltestation. Muss man halt ein paar hundert Meter Landstraße ohne Gehsteig gehen. Das müssen die Kinder schon aushalten! Tolle modernen Verbindungen sind das. Vielleicht auch ratsam mal die Busverbindungen neu zu denken? Wie eine 8 von oben gesehen – St. Andrä oben, Mettersdorf in der Mitte und der Bahnhof unten. 

St. Georgen

Möchte man schließlich nach St. Georgen, gibt es stündlich einen Bus. Gut wenn man um Dreiviertel von Richtung Klagenfurt kommt, schlecht, wenn man Viertel aus Wolfsberg. Auch fährt der Bus vor allem noch im Gemeindegebiet von St. Andrä – durch Maria Rojach, die kleinen Dörfchen sind mal wieder egal. Und: Der Bus bleibt sozusagen vor St. Georgen stehen, fährt gar nicht in den Ortskern. Für viele kein Beinbruch wenn man 5-10 Minuten gehen muss, aber doch auch etwas Sinnbefreit. Wie wären kleinere Busse und dafür bessere Haltestellen, sowie auch in kleineren Dörfern am Weg stehenbleiben? Da gibt es am Weg bis Maria Rojach bereits zwei kleine Dörfche, die mit großen Bussen nicht bedienbar sind. Und mit kleinen Bussen kann man auch in St. Georgen leichter in die Gemeinde und wo umdrehen. Und ja, da gibt es bereits Haltestellen mitten im Ort, aber mit der Bahnhofverbindung soll man dennoch einige hundert Meter gehen? Irgendwie komisch. Also endlich aufwachen und schauen ob man die Mobilität womöglich verkleinern kann – da ja oft nur wenige Menschen in den Bussen sind – dafür aber flächendeckender anbieten und zukünftig womöglich dafür öfter. Oder einfach mal von oben ansehen und die Dörfchen kreisförmig verbinden – vom Bahnhof über Unterpichling, Eisdorf, Maria Rojach, Ragglach, Pfaffendorf, St. Georgen, Andersdorf, Matschenbloch, Unterrainz bis St. Paul Ort und Allersdorf. Gerne mehrere Haltestellen wenn notwendig und in beide Richtungen befahrbar in 30 Minuten. Oder einfach am vorhandenen festhalten. 

Man hat den Einwohner:innen aber auch einen Radweg zum neuen Bahnhof „versprochen“. Wo der ist? Man weiß es nicht. Sogar die erste Brücke vom Bahnhof aus über die Lavant Richtung dem Gemeindegebiet St. Georgen ist gerade mal breit genug für zwei Autos, Gehen oder Radfahren mag man da eh nur so halb. Danach ist auch nur Landesstraße und mehr Gefahr als Entspannung für Einspurige, oder Fußgänger:innen. Wieder der Ruf nach wenigstens etwas.
Von der Landesstraße in Aich nach Unterpichling gebe es sogar einen Verbindungsweg – der ist halt Schotter und ein Bach läuft hindurch… Auch schon darüber gesprochen, nichts ist passiert. Wobei unserer Ansicht aus dieser Weg sogar als bessere Straßenverbindung für Autos von Unterpichling und Allersdorf zur Landesstraße gelten könnte, da man dann die „30er Zone“ in Aich endlich umfahren kann und das gleichzeitig ein Weg für Autos und Räder wäre, sowie natürlich für die wenigen Fußgänger. Aber sicherer und besser für fast alle. 

Auch neue Mietwohnungen wurden mal angesprochen, natürlich auch hier nichts passiert. Die Bürgermeister der Umgebung verlieren aber auch immer mehr an Glaubwürdigkeit durch die vielen leeren Versprechen oder schlechte Kommunikation.

Fazit

Das Gute aber zum Schluss: Wenn Sie ein Auto haben, ist alles gut. Sonst wird’s schwierig. Schade, dass im Jahre 2025 noch immer so viel vergessen wird. Ja es gibt Radfahrer, Fußgänger und Schüler und Pensionisten. Wäre toll wenn man mal etwas am vorhanden System rütteln würde und etwas aktiver auch bisher nicht erschlossene Gebiete in den Öffi-Verkehr einbinden würde. Man will Arbeiter oder Angestellte aus den Städten anlocken? Oder man will Wohnungen und Wohnraum für Pendler bieten? Ja? Dann sollte man sich halt auch mal bewegen und was tun, nicht nur heiße Luft produzieren. So lockt man vor allem niemanden aus der Stadt an. 

Weiter geht es mit: 

Umgebung, Gewerbe & Industrie.

Jeder der bereits vor Ort am neuen Bahnhof war und sich umgesehen hat – mehr als Schotter und Wiese gibt es in direkter Umgebung nicht. Und natürlich die oben erwähnten Hauptstraßen und die verlassene alte Bahnstrecke.

Hier hinken fast alle neuen Standorte der Koralmbahn hinten nach, muss man sagen. Zum Start im Dezember 2025 gibt es ins St. Paul so gut wie keine Bebauung, keine Geschäfte, keine Arbeitsplätze, keine Wohnungen. Durch die vielen Industrie-Neubauten in Framrach bei St. Andrä ist auch weniger Potential zu erwarten was einheimische Firmen angeht, da diese eben bereits gebaut haben. St. Andrä war hier sehr aggressiv, manche meinen etwas zu leichtsinnig – denn man pflastert munter Acker zu, wo nicht weit weg sowieso Baugründe entstehen. Aber ja, andere Gemeinde. Und Grünland verbrauchen ist in Österreich ja Volkssport. 

Man meint aber, dass auf der anderen Seite in der Steiermark, bereits einiges passiert sei. Es geht also doch?

Technologiepark

Immerhin soll ab 2027 gebaut werden: Ein Technologiepark. Themen: Circular Economy, nachhaltige Produktion, intelligentes Bauen und klimafreundliche Technologien. Bereiche: Bau, Holz, Metall, Automatisierung und Umwelttechnik.

Das kennt man von anderen Standorten, ob und was sich hier ansiedeln wird, ist damit aber auch etwas fraglich, da wiederum viel Zeit vergehen wird bis tatsächlich was steht und die Wirtschaft und vor allem die Industrie aktuell nicht gerade floriert. Aber gut: Man hat durch die direkte Anbindung der Bahn die Möglichkeit auch Talente und Arbeiter:innen aus größeren Städten anzuziehen, was an Standorten wie Framrach – obwohl eigentlich um die Ecke – viel schwerer ist. Trotz Autobahnnähe. Viele Menschen in Graz haben kein Auto mehr oder wollen nicht nochmal umsteigen – da ist ein Fußweg vom Bahnhof schon um einiges attraktiver. Man hat oft das Gefühl man versteht nicht, was Pendeln mit dem Zug bedeutet und welche „anderen“ Herausforderungen das öffnet. Was nutzen mir 35 Minuten von Graz, wenn ich dann nirgends bin und nichts machen kann – weil kein Auto dabei?

Status Ende August 2025: Geplante Gebäude und neue Straßen am Gelände (Quelle Bild: ORF Kärnten, Kärnten Heute 14.08.2025)

Sieht man sich den Plan an, wird der Technologiepark viel ändern, denn auch die Landesstraße wird ersetz werden. Das könnte auch der Grund für das brave Nichtstun der Gemeinde St. Paul sein. Scheinbar wird es eine Neue Streckenführung mit zwei Kreisverkehren geben – einen bei der vorhandenen Kreuzung bei Hundsdorf, sowie einen dann an der Industriestraße direkt an St. Paul. Dazwischen 20 Hektar Gebäude und Bebauung. 30 Millionen sind von der Betriebsansiedelungsagentur dafür vorgesehen. 

Fazit

Daher das Fazit 2025: Nix is passiert, aber in 5 Jahren soll hier alles vollgebaut sein. Man darf gespannt sein. Hoffentlich bauen sie wenigstens die Straßen bald aus, damit zumindest die Infrastruktur vorab schon verbessert wird. Darauf wetten würden wir aber nicht. 

Abfahrtsmonitor

Für detaillierte Informationen laden Sie bitte die App der Kärntner Linien oder der ÖBB. 

Diese Seite wird laufend ergänzt…

Quellen:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Koralmtunnel
  • https://infrastruktur.oebb.at/de/projekte-fuer-oesterreich/bahnstrecken/suedstrecke-wien-villach/koralmbahn
  • https://www.derstandard.at/story/3000000203381/westbahn-koennte-ab-ende-2025-auch-die-suedstrecke-bedienen
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Interregio_(%C3%96sterreich)
  • https://www.kleinezeitung.at/oesterreich/18674202/westbahn-will-in-den-sueden-derzeit-sieht-es-eher-nach-2030-aus
  • https://kaernten.orf.at/stories/3317630/
  • https://www.oebb.at/de/neuigkeiten/fahrplan-2026

Fotos/Bilder:

  • Visualisierung © ÖBB/isochrom 
  • Bilder von Stefan Eduard Krenn
  • Technologiepark: https://kaernten.orf.at/stories/3317630/