Die Koralmbahn
Die Koralmbahn wird das Lavanttal grundlegend verändern und erstmals schnelle Bahnverbindungen nach Klagenfurt, Graz und Wien ermöglichen. Schon jetzt sind Fahrten nach Klagenfurt möglich, während Graz nur über Autobahn oder Bus und Wien durch eine Kombination aus Bus und Bahn erreichbar sind. Mit der Koralmbahn werden nicht nur Reisezeiten verkürzt, sondern auch umweltfreundliche Alternativen zur Straße geschaffen.
Der neu errichtete Intercity-Bahnhof im Lavanttal bindet die Region erstmals an Österreichs Hochleistungs-Bahnnetz an. Neben den Großstädten profitieren auch Regionen wie Völkermarkt, Deutschlandsberg und Wolfsberg von einer besseren Erreichbarkeit, wodurch wirtschaftliche und soziale Verbindungen gestärkt werden.
Die Koralmbahn, Teil der neuen Südstrecke, verläuft zwischen Graz und Klagenfurt und ermöglicht nahtlose Verbindungen von Wien bis Villach. Mit der Eröffnung des Koralmtunnels startet der Güterverkehr im November 2025, der Personenverkehr folgt am 14. Dezember 2025. Die ÖBB bietet nach neuem Fahrplan dann 29x Graz-Klagenfurt, sowie 26x Wien-Klagenfurt pro Tag, was teils eine Steigerung von beachtlichen 2/3 bedeutet.
Neu ist auch ein Stundentakt von Villach nach Salzburg, sowie 7 Verbindungen von Graz nach Salzburg, sowie 5 dann weiter nach München. Hier fahren die Züge dann eben nicht mehr über die Phyrn- und Ennstalbahn durch die Steiermark nach Salzburg, sondern eben über die Koralmbahn und Kärnten. Der inneralpine Zugverkehr wird aber durch die Interregio-Züge kompensiert. Erwähnenswert ist auch die direkte Erreichbarkeit des Flughafen Wiens über mehrere Fahrten (geplant 7) pro Tag mit den sogenannten „AIRail“.
Auch die Firma Westbahn hat angekündigt, ab März 2026 die Strecke Wien bis Villach voraussichtlich 5 mal am Tag zu bedienen, stoppt in Kühnsdorf und auch in Pörtschach, nicht allerdings im Lavanttal.
Auch Prag – Graz – Villach, sowie Strecken nach Laibach und an die Adria sind vorgesehen. Eine Nachtverbindung nach Zürich und sogar der deutsche ICE soll nach erfolgreichen Testfahrten im Juli/August zukünftig Frankfurt mit Graz über die Koralmbahn verbinden.
Vor der Eröffnung gab es von April bis Juni 2025 rund 280 erfolgreiche Testfahrten, um die Strecke und die Technik mit bis zu 250 km/h zu testen. Dabei waren auch Railjets am Test beteiligt – die erstmals durchgehend von Graz nach Klagenfurt gefahren sind, um die berechnete 45 Minuten Fahrzeit auch in der Praxis zu bestätigen. Mit diesen Erkenntnissen wurde auch der Fahrplan gebaut, der im September veröffentlicht wurde und ab etwa Mitte Oktober auch buchbar sein wird.
Weitläufiger gesehen wird mit der Fertigstellung des Semmering-Basistunnel im Jahr 2030 (Durchschlag Ende 2024) auch die Reisezeit vor allem zwischen Wien und Graz merkbar kürzer (unter 2 Stunden), sowie die 470 Kilometer lange Südstrecke wird damit vorerst abgeschlossen sein. Als Teil der Achse von der Ostsee zur Adria, werden zukünftig auch Waren schneller und leichter auf der Schiene zu transportieren sein.
Besonders wichtig ist der Beitrag zum Klimaschutz: Durch die Verlagerung von Verkehr auf die Schiene werden CO₂-Emissionen reduziert. Unterstützt durch EU-Förderungen schafft die Koralmbahn nicht nur nationale, sondern auch grenzüberschreitende Verbindungen und stärkt die nachhaltige Mobilität in Europa.
Gesamteröffnung Countdown:
Überblick als Video:
YouTube (Stefan Eduard Krenn, 2022)
Teaser der ÖBB neuer Fahrplan:
YouTube (ÖBB, 2025)
Ein (nicht ganz ernstzunehmender) Song aus dem PC als kleiner Schmäh zum Start:
Musik: Suno AI, Text: Krenn (Krenn, 2025)
Meilensteine
- Baubeginn (1998)
- Baubeginn Tunnel (2010)
- Tunneldurchbruch (2018 & 2020)
- Tunnel-Rohbau (2022)
- Erste Tunneldurchfahrt mit Personen (Juni 2023)
- Elektrifizerung Lavanttalbahn (2023)
- Bau Intercitybahnhof Lavanttal (2023)
- Test Bahntechnik Korlambahn Kärnten (2023)
- Eröffnungsfeier Koralmbahn Kärnten (07.12.2023)
- Inbetriebnahme Koralmbahn Kärnten (10.12.2023)
- Durchgehende Schienenverbindung (04.2024)
- Bahntechnik Tunnel (2024)
- Testfahrt Railjet Graz Klagenfurt (10.06.2025)
- Testfahrten, Abnahme & Schulungen (14.04.-12.6.2025, tageweise Streckensperren)
- Veröffentlichung neuer Fahrplan (September 2025)
- Schulungen und Notfallübungen (08.-10. 2025)
- Fahrplan buchbar (Oktober 2025)
- Eröffnung Güterverkehr (November 2025)
- Eröffnungsfeier Graz & Klagenfurt (12.12.2025)
- Eröffnung Koralmtunnel (Dezember 2025)
Infos zu Projekt
- Anbindung einer ganzen Region
- Intercity Bahnhof St. Paul im Lavanttal
- Intercity Bahnhof Bahnhof Kühnsdorf / Klopeiner See
- 35 Minuten St. Paul nach Graz
- 20 Minuten St. Paul nach Klagenfurt
- 43 Minuten nonstop Graz und Klagenfurt (RJX)
- Erstmals direkt mit dem Zug nach Graz oder Wien
- Nightjet nach Zürich / Rom & Milan (ab Klagenfurt)
Beispiele Fahrzeiten Railjet:
- St. Paul <-> Wien: 3:14h
- St. Paul <-> Graz: 0:35h
- St. Paul <-> Klagenfurt: 0:20h
- St. Paul <-> Villach: 0:47h
- St. Paul <-> Weststeiermark: 0:16h
- St. Paul <-> Bruck an der Mur: 1:13h
- St. Paul <-> Salzburg: 3:16h
- St. Paul <-> Linz: 4:21h
- St. Paul <-> Venedig: 4:32h
- St. Paul <-> Innsbruck: 5:11h
- St. Paul <-> Zürich: 10:56h (NightJet)
Beispiele Fahrzeiten S-Bahn:
- St. Paul <-> Bleiburg: 0:10h
- St. Paul <-> Kühnsdorf 0:27h
- St. Paul <-> Kühnsdorf 0:13h (REX, ab Dez. 25)
- St. Paul <-> Grafenstein 0:34h
- St. Paul <-> Wolfsberg 0:19h
- St. Paul <-> Kühnsdorf 0:48h
Bereits in Betrieb.
S-Bahnen
In Berieb:
Seit 10. Dezember 2023 fährt die S-Bahn zwischen Wolfsberg und Klagenfurt elektrisch und in modernen Zügen. Tagsüber verkehren die Züge im Stundentakt – ab Wolfsberg um Minute 52 und in St. Paul um Minute 13. Am Morgen ab 4:55, der letzte Zug fährt um 21:52.
Durch die neue Koralmbahn-Strecke und die Modernisierung der Lavanttalbahn ist die Verbindung nach Klagenfurt schneller.
Bleiburg wird über die Bleiburger-Schleife angebunden, kleinere Bahnhöfe entfallen zugunsten kürzerer Fahrzeiten.
Geplant ab 14.12.2025:
Mit der Eröffnung der Koralmbahn ist eine Neugestaltung der S-Bahn in Kärnten geplant. Ab diesem Zeitpunkt könnte die S1 als durchgehende Verbindung von Wolfsberg bis Lienz in Osttirol verkehren und damit eine zentrale Achse für den Regionalverkehr durch ganz Kärnten bilden.
Zusätzlich sollen weitere S-Bahn-Verbindungen Regionen wie Hermagor, Rosenbach, Weizelsdorf, Friesach und Feldkirchen besser anbinden. Auch grenzüberschreitende Verbindungen nach Jesenice (Slowenien), Tarvisio Boscoverde (Italien) und Dravograd (Slowenien) sind vorgesehen – jeweils über die Knotenpunkte Klagenfurt und Villach.
Diese Pläne sind vielversprechend, aber bislang noch nicht offiziell bestätigt.
Schnellzüge
In Betrieb:
Seit Dezember 2023 gibt es werktags eine neue Regionalexpress-Verbindung (REX 3) neben der S-Bahn. Der REX 3 benötigt nur 44 Minuten von Wolfsberg nach Klagenfurt und hält im Lavanttal an allen Stationen, sowie in Kühnsdorf und Klagenfurt. Die Verbindung ist speziell auf Pendler:innen und Schüler:innen ausgerichtet.
Fahrzeiten:
- Morgens ab Wolfsberg: 5:46 und 6:31, sowie 6:03 und 6:48 ab St. Paul
- Abends ab Klagenfurt: 15:45, 16:45 und 17:45
Ab 14.12.2025:
Ab 14. Dezember 2025 gibt es einen stündlichen Railjet/ICE-Takt von und nach Graz / Wien, etwa im Zeitraum von 5:00 Uhr bis 24:00 Uhr, 32 bis 35 Minuten Fahrzeit nach Graz, 3:11 bis 3:14h Fahrzeit von/nach Wien.
Zusätzlich gibt es alle zwei Stunden einen schnellen RailjetXpress geben, der von Wien aus kommend nur in Graz und Klagenfurt hält, bis Villach fährt und teilweise sogar nach Triest. Mit einer Fahrzeit von nur 43 Minuten zwischen den beiden Landeshauptstädten Graz und Klagenfurt setzt dieser Maßstäbe in Schnelligkeit und Komfort und schlägt das Auto um rund 50 Minuten.
Weiters wird der Interregio Österreich nach Schweizer Vorbild eingeführt, welches vor allem die Reisen innerhalb Österreichs verbessern soll, da man von Klagenfurt als Beispiel nach Graz über die alte Intercitystrecke über Leoben kommt, sowie von Villach nach Salzburg, von Graz nach Linz, Wörgel und Maribor. Diese halten öfter und binden, wie der Name schon sagt, Regionen besser an.
Auch die private Firma Westbahn hat bereits angekündigt die Südstrecke bedienen zu wollen, man geht vorerst von 5 Verbindungen am Tag aus. Dies wird voraussichtlich ab März 2026 geschehen und es wird wohl keinen Halt im Lavanttal geben, dafür jedoch in Kühnsdorf.
Eröffnungsfeier Graz & Klagenfurt
Die feierliche Eröffnung der Koralmbahn am 12. Dezember 2025 markiert einen historischen Moment für den Süden Österreichs. Auf den Vorplätzen der Hauptbahnhöfe Graz und Klagenfurt findet ab 10 Uhr ein großes Fest statt, begleitet von einem offiziellen Opening mit hochrangigen Gästen, wechselseitig übertragenen Live-Shows und einem vielfältigen Unterhaltungsprogramm. Am Nachmittag verkehren stündlich kostenlose Sonderzüge zwischen Graz und Klagenfurt, die in nur 41 Minuten die beiden Städte verbinden. Obwohl alle 5.500 Plätze der Sonderfahrten rasch ausgebucht waren, bleibt das Buchungssystem offen – durch Stornierungen können jederzeit wieder Resttickets verfügbar werden.

Sonderfahrten: Ausgebucht!
Von Graz nach Klagenfurt:
14:30 | 15:30 | 16:30 | 17:30 | 18:30 | 19:30 | 20:30
Von Klagenfurt nach Graz:
15:30 | 16:30 | 17:30 | 18:30 | 19:30 | 20:30 | 21:30
Am gesamten Tag erwartet Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm: Einblicke in die Welt der Koralmbahn, regionale Attraktionen, Unterhaltung für Groß und Klein sowie prominente Überraschungsgäste. Ab 15 Uhr sorgen Live-Konzerte beliebter österreichischer Acts wie folkshilfe, Anna Sophie, LEM0, Möwe, AVEC und weiteren für ausgelassene Stimmung. Die Teilnahme an den Events in Graz und Klagenfurt ist ohne Anmeldung möglich, und auch die Sonderzüge lassen sich – sofern Plätze frei werden – bis 15 Minuten vor Abfahrt kostenlos buchen. Wichtige Hinweise wie Ticketregelungen, Kinderbeförderung und empfohlene Anreisestrecken runden die Informationen ab und erleichtern die Teilnahme an diesem besonderen Ereignis.
Fahrplan und Ticketverkauf
Der Ticketverkauf für den neuen Plan wurde am 6.10.2025 gestartet. Frühbucher können sich noch Sparschiene-Tickets um wenig Geld holen, auch wenn davon auszugehen ist, dass die ersten Fahrten gut besucht sein werden.
Die neue Südstrecke sorgt für ein deutlich dichteres Angebot, schnellere Verbindungen und völlig neue Reisemöglichkeiten zwischen Steiermark, Kärnten und darüber hinaus. Mit 29 täglichen Zügen zwischen Graz und Klagenfurt, 26 Verbindungen zwischen Wien und Klagenfurt sowie 33 zwischen Wien und Graz entsteht das beste Taktangebot, das es auf dieser Achse je gab. Die Fahrzeiten sinken dramatisch: Der RJX verbindet Graz und Klagenfurt in nur 41 Minuten, die Strecke Wien–Klagenfurt verkürzt sich um 45 Minuten, und auch internationale Ziele wie Venedig, Triest oder der Flughafen Wien sind künftig spürbar schneller erreichbar. Gleichzeitig bringt die Koralmbahn starken Aufschwung für die Tauern- und Alpenrouten: Neue Direktverbindungen, stündliche Fernverkehrszüge über Klagenfurt sowie moderne Fahrzeuge wie Railjets, ComfortJets und ICEs sorgen für mehr Komfort, mehr Kapazität und mehr Möglichkeiten – ein Meilenstein, der Österreichs Bahnverkehr nachhaltig verändert.
Kritik und Meinung
Trotz all dem Licht, gibt es auch Schatten. Allem voraus muss man einwerfen, dass die Gemeinde St. Paul, St. Andrä und auch St. Georgen viel geredet haben, aber wenig geliefert. Bisher zumindest, aber bis zur Eröffnung im Dezember wird sich nicht mehr viel tun. Leider.
Deshalb unsere Meinung zu vielen Dingen.
Fangen wir bei dem 1 x 1 an:
Erreichbarkeit & Infrastruktur
St. Paul
Möchte man mit den Öffis weiter in den Ort St. Paul, gibt es einen Bus der mit gewissen Abständen fährt. Gut (außer am Wochenende was ich gesehen habe, aber Sonntagabends fährt auch niemand irgendwo hin, nein). Auch wenn es für uns nicht klar ist warum es extra einen eigenen Bus gibt der in den Ort fährt, dann aber nicht gleich weiter bis zum Stift oder zum Schwimmbad oder sogar Kollerhofsiedlung. Wieder so halbgar.
Versäumnis ist aber dennoch, dass bisher keinerlei direkte Verbindung für Fußgeher oder Radfahrer geschaffen wurde. Ja, man kann stets den Umweg über den Lavant-Radweg nehmen – je nachdem wo man hin möchte. Aber der Gehweg von St. Paul aus hört einfach bei Hundsdorf auf. Arbeiter der großen Firma direkt neben der Bahn dürfen am Straßenrad gehen – falls hier tatsächlich jemand Zug fährt.
Und ja, das ist eine Landesstraße – doch diese zu queren ist nicht gerade lustig, genauso wenig, wie dort entlang zu gehen. Man munkelt was von einem Kreisverkehr? Irgendwann vielleicht. Zwar würde sich die alte Bahntrasse wunderbar als Abkürzung anbieten – aber scheinbar ist noch niemand auf die Idee gekommen diese einfach in einen schönen Weg umzuwandeln und den Veranstaltungsort dort auch noch direkt einzubinden. Aber es gibt ja scheinbar große Pläne (in einigen Jahren… vielleicht). Der Radweg auf der alten Bahnstrecke von St. Paul durch den alten Bahntunnel – wiederum Landessache, aber passiert ist auch nichts bisher.
Immerhin hat es St. Paul bisher nicht einmal geschafft, den von der alten Bahnstrecke und Bahnhof zerschnittenen Ort St. Paul, mit einer einfachen Verbindungsstraße zu verbinden – Sprichwort Bahnhofsstraße zu Industriestraße (etwa 30 Meter). Das, nach bald 2 Jahren Stilllegung der alten Gleise. Von unserer Seite aus ein herzliches: Gratulation! Immer schön, wenn auf die eigenen Einwohner gepfiffen wird – was auch immer die Gründe sind. Für uns für die Gemeinde etwas beschämend. Vielleicht wieder weil etwas in X Jahren passieren wird. Schaut man sich das vor Ort nicht an oder redet mit den Menschen? Aussehen tut es übrigens auch nicht schön. So am Rande.
St. Andrä
Möchte man nach St. Andrä, dann kann man mit der S-Bahn weiter – die fährt zwar nur nach Jakling, aber man ist dem Ziel schon näher – hat aber noch 1,5 Kilometer vor sich. Dann gibts einen Bus weiter nach St. Andrä, man braucht dann halt über 40 Minuten für die kurze Strecke – wegen Wartezeiten. Immerhin gibt es Busse, die fahren vom Bahnhof St. Paul direkt nur 15 Minuten nach St. Andrä – und sogar in Framrach vorbei. Dort wird viel Industrie gebaut, ist aber mehr als weit genug weg um nicht direkt mit dem Zug erreichbar zu sein.
Der Lavant-Radweg ist immerhin für Radfahrer geeignet, um vom Bahnhof St. Paul nach St. Andrä zu kommen.
Übrigens auch etwas ignoriert sind die Ortschaften Mühldorf und Mitterpichling. Diese liegen eigentlich recht nahe am Bahnhof, da es keine direkten Fuß- oder Radweg gibt, darf man sich wiedermal ins Auto setzten und den langen Umweg nehmen. Und fragen Sie nicht, wie man mit den Öffis nach Winkling, Unterrain, oder sogar Mettersdorf kommt. Letzteres ist eh nur ein beliebter Badesee und man hat scheinbar nicht einmal eine Bushaltestation. Muss man halt ein paar hundert Meter Landstraße ohne Gehsteig gehen. Das müssen die Kinder schon aushalten! Tolle modernen Verbindungen sind das. Vielleicht auch ratsam mal die Busverbindungen neu zu denken? Wie eine 8 von oben gesehen – St. Andrä oben, Mettersdorf in der Mitte und der Bahnhof unten.
St. Georgen
Möchte man schließlich nach St. Georgen, gibt es stündlich einen Bus. Gut wenn man um Dreiviertel von Richtung Klagenfurt kommt, schlecht, wenn man Viertel aus Wolfsberg. Auch fährt der Bus vor allem noch im Gemeindegebiet von St. Andrä – durch Maria Rojach, die kleinen Dörfchen sind mal wieder egal. Und: Der Bus bleibt sozusagen vor St. Georgen stehen, fährt gar nicht in den Ortskern. Für viele kein Beinbruch wenn man 5-10 Minuten gehen muss, aber doch auch etwas Sinnbefreit. Wie wären kleinere Busse und dafür bessere Haltestellen, sowie auch in kleineren Dörfern am Weg stehenbleiben? Da gibt es am Weg bis Maria Rojach bereits zwei kleine Dörfche, die mit großen Bussen nicht bedienbar sind. Und mit kleinen Bussen kann man auch in St. Georgen leichter in die Gemeinde und wo umdrehen. Und ja, da gibt es bereits Haltestellen mitten im Ort, aber mit der Bahnhofverbindung soll man dennoch einige hundert Meter gehen? Irgendwie komisch. Also endlich aufwachen und schauen ob man die Mobilität womöglich verkleinern kann – da ja oft nur wenige Menschen in den Bussen sind – dafür aber flächendeckender anbieten und zukünftig womöglich dafür öfter. Oder einfach mal von oben ansehen und die Dörfchen kreisförmig verbinden – vom Bahnhof über Unterpichling, Eisdorf, Maria Rojach, Ragglach, Pfaffendorf, St. Georgen, Andersdorf, Matschenbloch, Unterrainz bis St. Paul Ort und Allersdorf. Gerne mehrere Haltestellen wenn notwendig und in beide Richtungen befahrbar in 30 Minuten. Oder einfach am vorhandenen festhalten.
Man hat den Einwohner:innen aber auch einen Radweg zum neuen Bahnhof „versprochen“. Wo der ist? Man weiß es nicht. Sogar die erste Brücke vom Bahnhof aus über die Lavant Richtung dem Gemeindegebiet St. Georgen ist gerade mal breit genug für zwei Autos, Gehen oder Radfahren mag man da eh nur so halb. Danach ist auch nur Landesstraße und mehr Gefahr als Entspannung für Einspurige, oder Fußgänger:innen. Wieder der Ruf nach wenigstens etwas.
Von der Landesstraße in Aich nach Unterpichling gebe es sogar einen Verbindungsweg – der ist halt Schotter und ein Bach läuft hindurch… Auch schon darüber gesprochen, nichts ist passiert. Wobei unserer Ansicht aus dieser Weg sogar als bessere Straßenverbindung für Autos von Unterpichling und Allersdorf zur Landesstraße gelten könnte, da man dann die „30er Zone“ in Aich endlich umfahren kann und das gleichzeitig ein Weg für Autos und Räder wäre, sowie natürlich für die wenigen Fußgänger. Aber sicherer und besser für fast alle.
Auch neue Mietwohnungen wurden mal angesprochen, natürlich auch hier nichts passiert. Die Bürgermeister der Umgebung verlieren aber auch immer mehr an Glaubwürdigkeit durch die vielen leeren Versprechen oder schlechte Kommunikation.
Fazit
Das Gute aber zum Schluss: Wenn Sie ein Auto haben, ist alles gut. Sonst wird’s schwierig. Schade, dass im Jahre 2025 noch immer so viel vergessen wird. Ja es gibt Radfahrer, Fußgänger und Schüler und Pensionisten. Wäre toll wenn man mal etwas am vorhanden System rütteln würde und etwas aktiver auch bisher nicht erschlossene Gebiete in den Öffi-Verkehr einbinden würde. Man will Arbeiter oder Angestellte aus den Städten anlocken? Oder man will Wohnungen und Wohnraum für Pendler bieten? Ja? Dann sollte man sich halt auch mal bewegen und was tun, nicht nur heiße Luft produzieren. So lockt man vor allem niemanden aus der Stadt an.
Weiter geht es mit:
Umgebung, Gewerbe & Industrie.
Jeder der bereits vor Ort am neuen Bahnhof war und sich umgesehen hat – mehr als Schotter und Wiese gibt es in direkter Umgebung nicht. Und natürlich die oben erwähnten Hauptstraßen und die verlassene alte Bahnstrecke.
Hier hinken fast alle neuen Standorte der Koralmbahn hinten nach, muss man sagen. Zum Start im Dezember 2025 gibt es ins St. Paul so gut wie keine Bebauung, keine Geschäfte, keine Arbeitsplätze, keine Wohnungen. Durch die vielen Industrie-Neubauten in Framrach bei St. Andrä ist auch weniger Potential zu erwarten was einheimische Firmen angeht, da diese eben bereits gebaut haben. St. Andrä war hier sehr aggressiv, manche meinen etwas zu leichtsinnig – denn man pflastert munter Acker zu, wo nicht weit weg sowieso Baugründe entstehen. Aber ja, andere Gemeinde. Und Grünland verbrauchen ist in Österreich ja Volkssport.
Man meint aber, dass auf der anderen Seite in der Steiermark, bereits einiges passiert sei. Es geht also doch?
Technologiepark
Immerhin soll ab 2027 gebaut werden: Ein Technologiepark. Themen: Circular Economy, nachhaltige Produktion, intelligentes Bauen und klimafreundliche Technologien. Bereiche: Bau, Holz, Metall, Automatisierung und Umwelttechnik.
Das kennt man von anderen Standorten, ob und was sich hier ansiedeln wird, ist damit aber auch etwas fraglich, da wiederum viel Zeit vergehen wird bis tatsächlich was steht und die Wirtschaft und vor allem die Industrie aktuell nicht gerade floriert. Aber gut: Man hat durch die direkte Anbindung der Bahn die Möglichkeit auch Talente und Arbeiter:innen aus größeren Städten anzuziehen, was an Standorten wie Framrach – obwohl eigentlich um die Ecke – viel schwerer ist. Trotz Autobahnnähe. Viele Menschen in Graz haben kein Auto mehr oder wollen nicht nochmal umsteigen – da ist ein Fußweg vom Bahnhof schon um einiges attraktiver. Man hat oft das Gefühl man versteht nicht, was Pendeln mit dem Zug bedeutet und welche „anderen“ Herausforderungen das öffnet. Was nutzen mir 35 Minuten von Graz, wenn ich dann nirgends bin und nichts machen kann – weil kein Auto dabei?
Sieht man sich den Plan an, wird der Technologiepark viel ändern, denn auch die Landesstraße wird ersetz werden. Das könnte auch der Grund für das brave Nichtstun der Gemeinde St. Paul sein. Scheinbar wird es eine Neue Streckenführung mit zwei Kreisverkehren geben – einen bei der vorhandenen Kreuzung bei Hundsdorf, sowie einen dann an der Industriestraße direkt an St. Paul. Dazwischen 20 Hektar Gebäude und Bebauung. 30 Millionen sind von der Betriebsansiedelungsagentur dafür vorgesehen.
Fazit
Daher das Fazit 2025: Nix is passiert, aber in 5 Jahren soll hier alles vollgebaut sein. Man darf gespannt sein. Hoffentlich bauen sie wenigstens die Straßen bald aus, damit zumindest die Infrastruktur vorab schon verbessert wird. Darauf wetten würden wir aber nicht.
Abfahrtsmonitor
Für detaillierte Informationen laden Sie bitte die App der Kärntner Linien oder der ÖBB.
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Quellen:
- https://de.wikipedia.org/wiki/Koralmtunnel
- https://infrastruktur.oebb.at/de/projekte-fuer-oesterreich/bahnstrecken/suedstrecke-wien-villach/koralmbahn
- https://www.derstandard.at/story/3000000203381/westbahn-koennte-ab-ende-2025-auch-die-suedstrecke-bedienen
- https://de.wikipedia.org/wiki/Interregio_(%C3%96sterreich)
- https://www.kleinezeitung.at/oesterreich/18674202/westbahn-will-in-den-sueden-derzeit-sieht-es-eher-nach-2030-aus
- https://kaernten.orf.at/stories/3317630/
- https://www.oebb.at/de/neuigkeiten/fahrplan-2026
Fotos/Bilder:
- Visualisierung © ÖBB/isochrom
- Bilder von Stefan Eduard Krenn
- Technologiepark: https://kaernten.orf.at/stories/3317630/














